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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Oar (Audio CD) Alex "Skip" Spence nahm diese Platte in Nashville, Tennessee auf.
Dem Vernehmen nach (Liner-Notes im Booklet) war er kurz zuvor in New York aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden, nachdem er mit einer Axt
versucht hatte, die Tür zum Hotelzimmer eines Bandkollegen von Moby Grape
aufzubrechen. Bereits einige Zeit zuvor soll er durch exzentrisches und gewalttätiges Verhalten auffällig geworden sein.
Was dies mit "Oar" zu tun hat? Es war sein letztes künstlerisches Lebenszeichen. Danach versank er in Schweigen und lebte wohl noch bis zu seinem Tode 1999 als Obdachloser in der Bay Area von San Francisco und San José ohne jemals wieder einen Ton veröffentlicht zu haben.
Leider hört man diesen Aufnahmen an, dass sie von einem verwirrten Geist komponiert und gespielt wurden. Darin ähneln sie Syd Barretts Soloaufnahmen. In beiden Fällen scheinen den Künstlern Nahestehende diese Aufnahmen erst ermöglicht zu haben. In Barretts "Fall" die früheren Kollegen von Pink Floyd, bei Spence seine alte Plattenfirma.
Es sind jeweils erschütternde Dokumente des psychischen und künstlerischen Zerfalls. Nur selten blitzt bei "Oar" eine gute Idee auf, meint man, einen "richtigen" Song und nicht nur ein Fragment, eine nicht ausgeführte Idee zu hören. Teilweise klingen diese - nun ja: Lieder, als ob Johnny Cash mehrere Tage hintereinander eine ganz schlechte Droge genommen hätte und nun, mit einem gewaltigen Kater, im Studio herumklimpert. Gelegentlich meint man, einen konventionellen Song zu hören, doch dann bricht das Ganze wieder unvermittelt auseinander.
Die Frage ist natürlich: ist dies ein bewußt gehandhabtes künstlerisches Konzept oder das Resultat des Nicht-Mehr-Könnens und Wollens? Welches Konzept könnte dies sein? Soweit verständlich, handeln die Texte, passend zu den eher dumpfen Klängen, von düsteren Themen.
Abermals fragt sich: soll dies die Sicht auf die Welt sein oder versucht hier ein Künstler die Dämonen seines Inneren zu bändigen? Haben diese ihn nicht längst fest im Griff?
Fazit: ein sehr zwiespältiges Tondokument, dem ich mich nur gelegentlich nähern kann.
Besser, der Hörer greift zum Moby Grape Repertoire.


Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. Februar 2009
Kundenrezensionen:
3. ein bemerkenswertes, einzigartiges Debut
2. ein bemerkenswertes, einzigartiges Debut!
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